ECSA

Blickpunkt Januar 2016

Montag, 18. Januar 2016

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“, sagt Gott. Jes.66,13

Was ist denn das für ein Spruch? Für Muttersöhnchen und Heulsusen?

Stopp, Moment mal, an alle harten Jungs und taffen Mädels: Auch jeder von euch war sicher schon irgendwann mal froh darum, wenn Mutti für euch da war!

Die ersten Fahrversuche auf dem Fahrrad und dann mindestens eine ordentliche Schramme an Knie, Ellenbogen oder sogar einmal Vollkontakt Gesicht – Asphalt? Oder vielleicht später Stress mit Freunden, der erste große Liebeskummer, weg von zu Hause für Ausbildung oder Studium, erste Wohnung, Anträge für Wohngeld, BaföG oder sonst was! Eigentlich doch ganz gut, wenn dann Mutti da ist?!

Ich bin selbst Vater von drei Kindern und bei jedem unserer Kinder kann ich mich an Situationen erinnern, in denen ich zuerst zur Stelle war um zu trösten. Aber wirklich getröstet waren sie erst, wenn meine Frau da war. Trösten wie nur eine Mutter trösten kann, die ihrem Kind bei der Geburt das Leben schenkte und erste Bezugsperson war!

Als Eltern wünschen wir uns nur das Beste für unsere Kinder, auch auf die Gefahr hin, dass weder Eltern noch Kinder manchmal wissen, was das wirklich ist! Als Eltern haben wir ein gewisses Gespür für die Gefühle unserer Kinder, haben wir doch von klein auf ihre Entwicklung begleitet und geprägt.

Oft entdecken wir uns selbst in unseren Kindern wieder, wissen also ganz genau wo es uns und ihnen weh tut. Dies birgt Chancen und Gefahren, kann ich mit diesem Wissen doch sowohl heilen als auch verletzen.

Ihr wollt und müsst eure eigenen Erfahrungen machen, euch auch ein Stück weit von euren Eltern abgrenzen und anders sein. Dies fällt jedoch viel leichter, wenn die Beziehung zu den Eltern intakt und dieses „anders sein“ kein Ausdruck der Ablehnung ist! Dann gelingt es auch, bei Fehlern und Problemen offen mit euren Eltern darüber zu reden und Trost zu erfahren!

Trost will heilen, ist Ausdruck von Zuneigung und Beziehung, aber auch Ausdruck unserer menschlichen Unfähigkeit dazu. Denn häufig wird Trost gerade durch unseren Umgang miteinander notwendig und nicht wegen körperlicher Verletzungen z.B. beim Fahrradfahren lernen. In menschlichen Beziehungen werden wir immer wieder Enttäuschungen erleben. Gott bietet uns eine dauerhafte und echte Beziehung an, dafür hat er seinen eigenen Sohn Jesus nicht geschont, sondern für all unsern Mist in den Tod geschickt! Diese Beziehung zu Gott kann uns nicht nur mit seiner einmaligen Liebe zu uns Menschen trösten, sondern auch unsere kaputten menschlichen Beziehungen wieder in Ordnung bringen.

„Gott spricht:“, im hebräischen Urtext steht an dieser Stelle Jahwe, was man sinngemäß mit „Ich werde für euch da sein“ übersetzen kann! Und genau darauf kommt es letztlich an, nicht viele Worte, sondern dieses „da sein“ ist Gottes Versprechen und echter Trost! Mit dieser doppelten Zusage für unser Leben und unseren Alltag können wir in das neue Jahr starten und wir wissen um Gottes Quantum Trost ... für jeden so viel wie nötig!

By: Christoph Neumann