GVSA

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“, sagt Gott.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Liebe Geschwister,

die Jahreslosung des Jahres 2016 steht im Jesajabuch Kap. 66,13:

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“, sagt Gott.

Welch ein gewaltiges Bild und doch so vertraut: Eine Mutter, die ihr Kind, das hingefallen ist und nun blutet, in den Arm nimmt und ihm gut zu spricht, tröstet.

Der Schöpfer des Universums, der Liebhaber unseres Lebens wird mit einer zärtlichen, liebevollen, mitfühlenden Mutter verglichen. Bilder, die Gott als unseren Vater beschreiben, sind uns vertrauter, aber als Mutter?! Der Künstler Rembrandt hat diesen Gedanken in seinem Bild „Heimkehr des verlorenen Sohnes“ aufgenommen. Der Vater nimmt den heimkehrenden Sohn auf. Er legt seine Hände auf die Schultern des Sohnes. Die eine Hand trägt feminine Züge, sie tröstet. Die andere Hand trägt männliche Züge, sie spricht recht, setzt den Sohn wieder ein.

Im hebräischen Grundtext ist das „Ich“ hervorgehoben, denn es steht vor dem Verb. Das große „Ich“, nimmt mein kleines „Ich“ in den Arm, um mich zu trösten. Das „Ich will“ kann auch übersetzt werden mit „ich werde“ euch trösten – also nicht nur einmal, nein immer und immer wieder, nicht nur in der Vergangenheit, nein auch in der Gegenwart und Zukunft. Wie nötig haben wir immer wieder diesen Trost, der uns aufatmen lässt, der uns Zukunft zeigt und damit Hoffnung gibt. Wie viel blutende Wunden gibt es in einem Menschenleben?!

Wem wird das Wort denn gesagt? Es wird zunächst einem Volk gesagt, das elend und arm ist, weggeführt in Gefangenschaft, der Heimat beraubt, das auf Heimkehr wartet. Ab Jesaja 40 beginnt das sogenannte Trostbuch. Es wird von Gott zugesagt: 1. Das Elend hat ein Ende (Kap. 40-48), 2. Die Schuld ist vergeben (Kap. 58-66); 3. Es folgt ein zweifacher Ersatz für das Durchgemachte (Kap. 58-66). Es kommt der Erlöser, der einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft.

Was bedeutet denn „trösten“? Schauen wir in den Duden, finden wir, dass das Wort trösten mit dem Worte treu zusammenhängt, auch mit „Festigkeit verleihen“ und „stark sein“. Wer tröstet, gibt Halt und innere Festigkeit, schenkt Nähe. Er hilft und leidet mit. Gott erbarmt sich des Elenden. Gott wird handeln, das ist Trost für das atl. Gottesvolk, Gott hat gehandelt das gilt uns als neutestamentlicher Gemeinde. In seinem Sohn ist er uns nahe gekommen und hat unsere Schuld hinweggetragen. Seinen Geist, den Tröster, hat er gesandt, der diesen Dienst an uns tut.

Wenn wir in ein neues Jahr gehen, werden wir immer wieder diesen Trost bedürfen. Gottes Nahesein, das uns Kraft und Halt, Mut und Zuversicht bringt. Gottes Geist ist gegenwärtig, der uns an das erinnert, was Jesus getan hat und tut, aber auch tun wird. Hat er doch versprochen: „Siehe, ich mache alles neu.“ Das ist ein starker Trost. So getröstet, können wir selbst trösten.

By: Dr. Martin Schulz, stellvertretender Verbandsvorsitzender