ECSA

Blickpunkt November 2016

Donnerstag, 17. November 2016

Dunkle Schatten

Beim Betrachten des Themas denke ich als erstes: geht’s eigentlich auch anders? Ist das nicht ein „Weißer Schimmel“? Schatten sind schließlich immer dunkel, oder? Hat irgendjemand schon mal helle Schatten gesehen? Schatten gehören zum Licht – so sagt es ein bekanntes Sprichwort. Natürlich assoziiert man mit dem Begriff der „dunklen Schatten“ zunächst mal ein Geschehen, das irgendwie im Gangsterbereich stattfindet. Dunkler Hinterhof, dunkle Gestalten, spärliches Schimmern, kaum als Licht zu bezeichnen. In einer dunklen Ecke tauschen zwielichtige Gestalten zwielichtige Gegenstände – wie im „Tatort“. Aber kaum jemand denkt daran, dass Schatten auch ihr Gutes haben. In diesem Sommer war es die unglaublich heiße Sonne über einer wunderschönen Insel im Ägäischen Meer, die mich immer wieder in den rettenden Schatten eines Schirmes, eines Baumes oder eines Hauses flüchten ließ. Kaum etwas schmerzt so sehr wie sonnenverbrannte Haut.

So – jetzt ist es „live“ passiert: während ich diese Zeilen schreibe, bekomme ich eine SMS, die mich hochgradig in Rage versetzt. Ich bin verletzt, gekränkt, herabgewürdigt und daraus resultiert – ich bin stinksauer.

Wohin mit meiner Wut, die sich wie ein dunkler, schwarzer Schatten auf meine Seele gelegt hat? Wohin mit dem Ärger, der meine Gedanken verdunkelt und meine Gesichtszüge verhärtet hat? Die Bibel ist ein Schatz, ein großartiger Schatz voller Worte, die Gott uns zuteilwerden lässt. Mir fallen sie ein, wunderbare Worte aus dem 36. Psalm: „Wie köstlich ist deine Güte Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht finden.“ (Psalm 36,7) Genau da will ich jetzt hin und nirgendwo anders. Unter diesem Schatten will ich jetzt Schutz suchen, diesen großen Gott will ich bitten, mein Helfer in der Not zu sein. Ich kenne keinen Besseren.